Audi Sailing Series 1 Napoli

Der Einstieg in die hochprofessionelle Melges-32-Klasse hat sich für das deutsch-dänische „IMMAC“-Team um Christian Soyka (SV Itzehoe) als die erwartet schwierige Aufgabe erwiesen. Beim ersten Event der Audi Sailing Series vor Neapel musste die Crew noch dem winterbedingten Trainingsrückstand und der Unerfahrenheit in dieser Klasse Tribut zollen und mit Rang 21 unter 22 Mannschaften vorlieb nehmen. An der Spitze des Feldes regierte America's-Cup-Herausforderer Vincenzo Onorato (Italien) mit Taktiker Francesco Bruni vor der US-amerikanischen „Samba Pa Ti“ von John Kilroy mit dem australischen Taktiker Nathan Wilmot, Olympiasieger von 2008.

Trotz des vorletzten Ranges in diesem hochkarätigen Feld zeigte die Lernkurve der „IMMAC“ deutlich nach oben. „Am Anfang waren wir noch klar das langsamste Boot im Feld, hatten das Boot völlig vertrimmt“, berichtete der viermalige X99-Weltmeister Soyka. Nachdem das Team aber die Trimmtabellen über Bord geworfen und entsprechend der Konkurrenz mehr Druck auf die Systeme gegeben hatte, lief es gleich besser. „Ab da konnten wir mit dem Mittelfeld mitfahren, mussten aber immer noch feststellen, dass es bis zur Spitze noch ein Stück ist. Ich habe noch nie eine Klasse erlebt, in der Fehler so hart bestraft werden“, sagte Soyka. „Manchmal kamen wir als Fünfte an der ersten Tonne an, wurden dann aber schnell wieder durchgereicht. Und es ist alles so eng, dass man auf Steuerbordbug keinen Platz an der Tonne findet. Wir haben so manchen Penalty gedreht und haben uns dann ganz hinten wieder eingereiht.“

Und auch im Bootshandling müssen die Nordlichter noch nachlegen. Bisher fehlen gegenüber den erfahrenen Teams diverse Trainingsstunden. Während es bei leichten Winden schon ganz ordentlich lief, zeigten sich die Nachteile bei den Starkwindwettfahrten mit bis zu 25 Knoten deutlich. „Immerhin ist alles heil geblieben. Und Spaß hat es auch gemacht. Dass es so eng ist, ist ja gerade die Faszination. Vor dem nächsten Event in Scarlino Ende April werden wir mit ein paar Konkurrenten trainieren und wollen dann versuchen, schon mal ins Mittelfeld vorzustoßen“, so Soyka.